LOGIN

You are here

Zurück zur Übersicht

«Beta» als zentrale Risikogrösse

von Hansueli von Gunten • 10 April 2015

Für das wertorientierte Controlling ist es unabdingbar, dass sowohl das Management als auch das Controlling die genauen Kapitalkosten der eigenen Unternehmung kennen. Hierzu ist es notwendig, die Renditeerwartung der Eigenkapitalgeber in Erfahrung zu bringen. Das Beta ist ein zentrales Risikomass, um die geforderten Eigenkapitalkosten korrekt zu ermitteln.

«Beta» als zentrale Risikogrösse «Beta» als zentrale Risikogrösse

Viele betriebliche und finanzielle Entscheidungen stehen im Spannungsverhältnis zwischen «Risiko» und «Rendite». Für die Ermittlung des Risikos stehen mehrere Ansätze zur Verfügung. In der Praxis werden zur Quantifizierung des Risikos häufig die folgenden drei Ansätze verwendet:

Für die Ermittlung der Eigenkapitalkosten und dadurch für die Festlegung der durchschnittlichen Kapitalkosten (Weighted Average Cost of Capital, WACC) ist der Betafaktor von grosser Bedeutung. Der Betafaktor von 1.0 besagt, dass sich das Unternehmen im Durchschnitt gleich wie der Gesamtmarkt verhält. Das heisst, verändert sich der Gesamtmarkt um 1,2 Prozent, so kann erwartet werden, dass die Aktie sich ebenfalls um 1,2 Prozent verändert. Ein Betafaktor von weniger als 1.0 deutet darauf hin, dass sich die Aktie im Durchschnitt weniger stark verändert als der Gesamtmarkt. In diesem Kontext wird auch von einem defensiven Titel gesprochen. Bei einem Beta von 0.6 und einer Marktveränderung von 2 Prozent kann erwartet werden, dass der Titel sich um 1,2 Prozent verändert. Ein Betafaktor von mehr als 1.0 repräsentiert einen eher aggressiven Titel. Bei einer Marktveränderung von 2 Prozent und einem Beta von 1.5x würde sich der Titel im Durchschnitt um 3 Prozent verändern.

Betafaktoren lassen sich für börsenkotierte Unternehmen empirisch ermitteln. Für die meisten börsenkotierten Unternehmen werden die Betafaktoren von den Finanzinstituten resp. von der einschlägigen Finanzpresse (z.B. «Finanz und Wirtschaft») regelmässig ermittelt. Für nicht börsenkotierte Unternehmen bestehen zusätzliche Ansätze. Die folgenden drei Ansätze sind in der betrieblichen Praxis am weitesten verbreitet.

Viele betriebliche Entscheidungen setzen die Kenntnisse der gewichteten Kapitalkosten (sog. Weighted Average Cost of Capital, WACC) voraus. Dabei wird der Betafaktor zur Ermittlung der Eigenkapitalkosten anhand des Capital Asset Pricing Model (CAPM) notwendig. In der Praxis wird der Betafaktor resp. die WACC häufig in den folgenden Entscheidungsbereichen eingesetzt:

Der Betafaktor ist im Rahmen eines management- und wertorientierten Controllingverständnisses von grosser Bedeutung, da ohne Betafaktor viele Entscheidungen sich nicht direkt an den durchschnittlichen Kapitalkosten orientieren.

Hansueli von GuntenHansueli von Gunten

Zur Person

Hansueli von Gunten, lic. rer. pol., dipl. Handelslehrer, ist Geschäftsleiter der Controller Akademie in Zürich und Bern. Er ist erfahrener Referent im Rechnungswesen, insbesondere in der Konzernrechnung, und Mitglied der Prüfungskommission «Höhere Prüfungen für Fachleute im Rechnungswesen und Controlling» sowie Autor von eidgenössischen Prüfungsaufgaben. Von Gunten bloggt regelmässig für Careerplus.

 

April 2015

TAGS

Controlling Management Eigenkapital Risiko

Kategorien :