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Fokus Karrieretipp: So kommen Sie zur Weiterbildung

von Careerplus • 30 Juni 2016

Ob ein Fernstudium, ein mehrjähriger Master oder ein eintägiger Kurs – es gibt viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Es gilt, die richtige Entscheidung zu treffen. Auch das Budget spielt dabei eine grosse Rolle. Arbeitgeber können unterstützend sein – wenn man sie richtig überzeugt.

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Wer den Anschluss im Beruf nicht verpassen will, tut gut daran, sich stetig weiterzubilden. Zudem ist das Weiterbildungsdiplom nicht selten auch der nächste Karriereschritt. Aber neben Zeit und Motivation kostet es auch Geld. Wird zudem das Arbeitspensum reduziert, fällt ein Teil des Lohnes weg. Berufsbegleitende Ausbildung und berufsbegleitende Weiterbildung verlangen daher eine gute Vorbereitung. Diese Fragen sollten Sie sich stellen.

1. Habe ich das richtige Ausbildungskonzept?

Was sind Ihre Ziele und Erwartungen? Wollen Sie sich beruflich neu orientieren? Soll es nur eine kurze Auffrischung Ihres Know-hows sein? Oder soll die Weiterbildung Ihrer Karriere einen Schub verleihen?

Welcher Lerntyp bin ich, und passt das Angebot zu meinen Bedürfnissen?"

Dies sind die ersten und wichtigsten Fragen, die Sie für sich klären müssen – und die die Weiterbildungsmöglichkeiten einschränken. Und das ist gut so, denn das Angebot an berufsbegleitender Ausbildung gleicht einem Dschungel. Nehmen Sie sich genügend Zeit und vergleichen Sie die verschiedenen Angebote. Orientieren Sie sich dabei am Ruf und Bekanntheitsgrad des Weiterbildungsinstituts, an der Qualifikation der Referenten und ob es eine kostenlose Beratung sowie eine vertrauenswürdige Ansprechperson gibt.

Tipp: Ein Merkmal einer guten Institution ist die Zertifizierung durch das eduQua-Label. Mehr dazu: «Orientierung im Diplomdschungel».

Haben Sie die erste Frage geklärt, geht es darum, weiter zu selektionieren. Machen Sie sich klar: Welcher Lerntyp bin ich, und passt das Angebot zu meinen Bedürfnissen? Informieren Sie sich über den Aufbau, Inhalt und die Lernziele der Weiterbildung. Ist Frontalunterricht geplant oder eher Workshops und Projektarbeit? Gibt es E-Learning, und wie umfangreich sind die Lernerfolgskontrollen (Prüfungen, schriftliche Arbeiten)?

2. Wie viel Zeit kann ich mir für die Weiterbildung nehmen?

Eine Weiterbildung ist zeitintensiv. Klären Sie daher im Voraus: Wie organisieren Sie sich bei der Arbeit? Können Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren und einen Teil Ihrer Arbeit abgeben? Wenn nicht: Legen Sie die Weiterbildung wenn möglich nicht auf die «heisse» Phase eines Projekts. Falls Sie Familie haben: Ist sie sich bewusst, dass Sie in der Ausbildungsphase deutlich weniger Zeit haben werden? Neben der Präsenz- und Prüfungszeit müssen Sie auch die Vor- und Nachbereitung sowie die Anreise einrechnen.

Je nachdem, wie viel Zeit Sie aufbringen können, bieten sich unterschiedliche Modelle an:

Tipp: Gewisse Arbeitgeber unterstützen Weiterbildungen zwar nicht mit Geld, stellen aber Zeit zur Verfügung. Sprechen Sie mit Ihrem Personalverantwortlichen.

3. Wie finanziere ich meine Weiterbildung?

Weiterbildungen können schnell ins Geld gehen. Es ist alles dabei, vom zweitägigen Excel-Kurs an der Migros-Klubschule für 420 Franken über den 18 Tage dauernden Studiengang «CAS Digital Leadership» an einer Hochschule für 12 500 Franken bis zum mehrmonatigen MBA-Lehrgang für gut 60 000 Franken – exklusive der Auslandaufenthalte. Wer dabei nicht auf Erspartes zurückgreifen kann, ist auf Alternativen angewiesen:

Fühlen Sie sich wohl in Ihrem jetzigen Job? Dann spricht nichts gegen eine Verpflichtung. Lassen Sie die Vereinbarung aber zwingend vertraglich festhalten."

Arbeitgeber: Oft werden die Kosten für ein berufsbegleitendes Studium oder eine berufsbegleitende Weiterbildung ganz oder teilweise vom Arbeitgeber übernommen. Meistens muss sich dann der Arbeitnehmer für eine bestimmte Dauer verpflichten, im Unternehmen zu bleiben – üblich sind zwei bis drei Jahre. Bei einem früheren Austritt muss er die Kosten zumindest zu Teilen zurückerstatten. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie die vertragliche Verpflichtung eingehen wollen. Fühlen Sie sich wohl in Ihrem jetzigen Job? Dann spricht nichts gegen eine Verpflichtung. Lassen Sie die Vereinbarung aber zwingend vertraglich festhalten.

Stipendien und Darlehen vom Bund: Stipendien sind Ausbildungsbeiträge, die man nicht zurückzahlen muss. Kantone vergeben auch zinslose Darlehen, die innerhalb einer Frist zurückzuzahlen sind. Aber Achtung: Die Vergabe von Stipendien ist kantonal geregelt und oft an Alterslimiten gekoppelt.

Bildungskredit: Einige Banken bieten spezielle Ausbildungskredite an. Die Zinsen sind zwar höher als bei den staatlichen Darlehen, aber tief im Vergleich zu einem Kleinkredit.

Tipp: Damit das Budget nicht aus dem Ruder läuft, lohnt sich eine genaue Kostenaufstellung, die neben Kursgebühren auch Lehrmittel-, Prüfungs-, Anfahrts- und Verpflegungskosten, Parkgebühren und die Exkursionen enthält. Hier finden Sie die «10 wichtigsten Regeln für einen Budgetplan»

4. Wie überzeuge ich meinen Chef?

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Weiterbildung ist die Überzeugung des Chefs. Stellen Sie sich eine Argumentationsliste auf, indem Sie folgende Fragen beantworten:

Viel Erfolg!

Weiterführende Informationen:
Schweizerischer Dachverband für Weiterbildung, führt Verzeichnisse der angeschlossenen Bildungsinstitute: www.alice.ch/de/SVEB
Umfassendes Adressverzeichnis der Berufsbildungsämter, der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatungen und der Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV): www.adressen.sdbb.ch
Informationen zu Stipendien und Darlehen: www.ausbildungsbeitraege.ch
Infos zur Budgetplanung: www.budgetberatung.ch

 

Juni 2016

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Karrieretipp Weiterbildung Ausbildung Weiterbildungsmöglichkeiten

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Für Arbeitnehmer