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Laufbahnberatung: Mit Coaching Schritt für Schritt zum Ziel

von Careerplus • 22 Januar 2016

Sie sind seit längerem unzufrieden im Job? Aber wissen nicht recht, wie weiter? Dann ist die Zeit reif für eine Standortbestimmung. Worum es dabei geht und wie bei so einem Coaching konkret vorgegangen wird, erläutert Peter Vögeli im Gespräch.

Laufbahnberatung: Mit Coaching Schritt für Schritt zum ZielLaufbahnberatung: Mit Coaching Schritt für Schritt zum Ziel

Herr Vögeli, Ihr Unternehmen DIACOVA ist spezialisiert darauf, «das Potenzial der Menschen in Unternehmen und Organisationen zu erkennen und es zielgerichtet zu entwickeln». Wie machen Sie das?

Peter Vögeli: Das machen wir mit einer Potenzialanalyse. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Richtungen: Entweder erstellen wir ein generelles Persönlichkeitsprofil, oder wir vergleichen ein konkretes Anforderungsprofil (Jobprofil) mit den entsprechenden Kompetenzen einer Person. In beiden Fällen erkennen wir anhand von Rollenspielen, halbstrukturierten Interviews, Persönlichkeitstests und ähnlichen Tools das Potenzial des Kandidaten und finden heraus, welches seine Präferenzen sind und welche Fähigkeiten sowie Persönlichkeitsmerkmale die Person mitbringt. Schliesslich setzen wir die Ergebnisse zielgerichtet um. Das heisst, wir eruieren den Entwicklungsbedarf, um den Anforderungen genügen zu können, oder definieren bei einem generellen Persönlichkeitsprofil, welches Jobprofil zu dieser Person passen könnte.

Was genau versteht man denn nun unter dem Begriff Standortbestimmung?

Peter Vögeli: Eine Standortbestimmung besteht zum einen aus einer Persönlichkeitsanalyse, bei der die psychologischen Aspekte im Vordergrund stehen. Zum andern geht es darum, die persönlichen Motivationen und Interessen herauszuschälen. Bei Letzterem fragen wir insbesondere auch nach den Berufsinteressen. Weiter stellt sich natürlich die Frage, was die Person überhaupt für Möglichkeiten mitbringt respektive wo die Grenzen sind. Diese Informationen erhalten wir einerseits wie erwähnt mit Hilfe der Potenzialanalyse und andererseits durch Interessentests. Ausgehend von dieser Analyse finden nun Standortbestimmungsgespräche statt, in welchen Schritt für Schritt herausgearbeitet wird, wohin die zukünftige Reise beruflich gehen soll, bis hin zum konkreten Berufsbild. Eine mögliche Gesprächssequenz ist beispielsweise die Vier-Felder-Tafel mit den Achsen «Fähigkeiten» (was kann ich gut/weniger gut) und «Begeisterung» (hoch/tief): In jenem Feld, in dem die starken Fähigkeiten liegen, welche zudem hoch begeistern, liegt das grösste Potenzial.

Diese Angaben beruhen also rein auf der Selbsteinschätzung der Person?

Peter Vögeli: Nicht nur. Wir führen ja wie gesagt auch Interviews durch. Da merken wir, ob tatsächlich «Fleisch am Knochen» ist. Auch via Rollenspiele erhalten wir eine gute Fremdeinschätzung.

Wie gehen Sie konkret vor?

Peter Vögeli: Am Anfang klären wir, welches Ziel der Klient mit Hilfe der Standortbestimmung erreichen möchte: Will er ganz genau wissen, auf welchen Job er sich bewerben soll, oder will er nur wissen, in welche Richtung es ihn tendenziell zieht? Darauf arbeiten wir hin. Schritt zwei ist dann die Potenzialanalyse mit einem ausführlichen schriftlichen Gutachten als Resultat. Dieses besprechen wir in einer ersten anderthalbstündigen Sitzung. Darauf folgen in der Regel vier bis fünf Sitzungen im Abstand von jeweils rund drei Wochen. Je nach Zielsetzung können es auch bis zu zehn Sitzungen sein. Wenn wir die Person begleiten, bis sie eine neue Stelle gefunden hat, gehören auch Arbeiten wie das (gemeinsame) Erstellen oder Anpassen des CV dazu.

Was geschieht in diesen weiteren Sitzungen?

Peter Vögeli: Ich mache mit meinen Klienten beispielsweise oft Phantasiereisen nach dem Motto «Mir sind keine Grenzen gesetzt». Aus diesen Traumreisen resultieren meist mehrere Zukunftsszenarien. Danach schliessen wir ein Szenario ums andere aus, bis in der Regel zwei Favoriten übrig bleiben. Dann gilt es zu klären: Stimmt das Umfeld? Kann ich das überhaupt? Bin ich bereit für Konzessionen (wie etwa umzuziehen, Einkommenseinbussen usw.)? Schliesslich fordern wir die Kandidaten dazu auf, mit Personen Interviews zu führen, die in diesem Beruf arbeiten. So finden sie heraus, ob es tatsächlich so ist wie in ihrer Vorstellung. Mein Ziel als Coach ist, dass die Person ein konkretes Szenario hat, welches sie ernsthaft verfolgen wird.

Wie viel Zeit nimmt das in Anspruch?

Peter Vögeli: In der Regel zieht sich der Prozess über ein halbes bis zu einem Dreivierteljahr, denn zwischen den einzelnen Sitzungen erhalten die Klienten Hausaufgaben, wie beispielsweise die erwähnten Interviews zu führen oder Recherchen im Internet vorzunehmen.

Wie hoch sind in etwa die Kosten für die einzelnen Massnahmen?

Peter Vögeli: Bei Privatpersonen haben wir etwas Verhandlungsspielraum, sodass wir im Preis je nach Einkommen etwas variieren können. Aber grundsätzlich kostet der erste Schritt, also Potenzialabklärung/Gutachten/Gespräch, 1350 Franken. Kommen fünf Sitzungen dazu, sind wir im Schnitt bei rund 2500 Franken.

Gibt es eine Nachbearbeitung später?

Peter Vögeli: Das kommt darauf an, was bei der Auftragsklärung vereinbart wurde. Mehrheitlich ist jedoch der Prozess nach den vereinbarten Sitzungen abgeschlossen.

Wann ist es Zeit für eine Standortbestimmung im Sinne einer Karriereplanung oder Laufbahnberatung?

Peter Vögeli: Innerhalb einer Organisation ist der richtige Moment, wenn der Vorgesetzte und/oder der Mitarbeitende merken, dass Weiterentwicklungsbedarf da ist, die Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb der Organisation jedoch ausgeschöpft sind. Privat ist der Zeitpunkt für eine Standortbestimmung gegeben, wenn man über einen längeren Zeitraum – also ein Jahr oder mehr – eine gewisse Unzufriedenheit verspürt, wenn keine Begeisterung und Freude am Job mehr da ist.

Warum ist die Standortbestimmung das Richtige bei länger anhaltender Unzufriedenheit?

Peter Vögeli: Die Erfahrung zeigt, dass das strukturierte Vorgehen und Begleiten hilft, eine effektive Auslegeordnung zu machen. Auch der Druck, der entsteht, weil man diesen Prozess und diese Verpflichtung eingegangen ist, regt an, wirklich dranzubleiben. Mir persönlich sind sehr wichtig: ein klares Ziel und Zwischenziele, wann was erreicht ist, sowie Massnahmen in einer Roadmap, wie diese Ziele erreicht werden sollen.

Wie finde ich den richtigen Partner für eine Standortbestimmung?

Peter Vögeli: Indem man sich auf sein Bauchgefühl verlässt, denn die «Chemie» ist sehr wichtig. Vielleicht hilft es, vor der Auftragserteilung mit mehreren Firmen und den jeweiligen Kontaktpersonen zu sprechen und die Angebote zu vergleichen.

Tipp: Wer sich für eine Aus- oder Weiterbildung interessiert, findet auf www.ausbildung-weiterbildung.ch einen ersten Kurztest für passende Angebote.

Zur Person
Peter Vögeli ist Mitglied der Geschäftsleitung von DIACOVA, einem der führenden Dienstleister im Bereich Personalentwicklung mit den Kernkompetenzen Coaching, Training, Assessment, Change Management und Befragung. Als Coach und Teamentwickler ist Peter Vögeli täglich in Kontakt mit Kandidaten sowie Personalverantwortlichen, Mitarbeitenden und Führungskräften von Unternehmen. Er liess sich zudem zum Mediator ausbilden und spezialisierte sich auf die Aufarbeitung und Lösung von Konflikten. www.diacova.ch

 

 

Januar 2016

TAGS

Standortbestimmung Coaching

Kategorien :
Für Arbeitnehmer