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Steuerliche Abzüge: Wichtige Anpassungen ab 2016

von Hansueli von Gunten • 5 Februar 2016

Wer seine Steuererklärung richtig ausfüllt, kann Steuern sparen. Im Steuerjahr 2016 gibt es aber Änderungen betreffend den steuerlichen Abzugsmöglichkeiten. In seinem Blog informiert Hansueli von Gunten über die beiden wichtigsten Änderungen.

Steuerliche Abzüge: Wichtige Anpassungen ab 2016Steuerliche Abzüge: Wichtige Anpassungen ab 2016

1. Bildungskosten

Bisher
Bildungskosten konnten bisher abgezogen werden, wenn sie direkt mit dem derzeitigen Beruf zusammenhingen oder den Wiedereinstieg in einen Beruf ermöglichten. Problematisch war dabei vor allem die Abgrenzung zwischen Aus- und Weiterbildung. Die Handhabung in den Kantonen war sehr unterschiedlich und für den Steuerpflichtigen schwer nachvollziehbar. Zudem waren die Bildungskosten als Berufskosten definiert. War kein Einkommen vorhanden, konnte auch kein Abzug geltend gemacht werden.

Neu
Das Gesetz ändert sich nun derart, dass sowohl die Unterscheidung zwischen Aus- und Weiterbildungskosten als auch das Einkommenserfordernis entfallen. Nach dem ersten Abschluss auf Sekundarstufe 2 werden damit alle berufsorientierten Bildungskosten (Aus- und Weiterbildung, Umschulung oder Wiedereinstieg) abzugsfähig. Weiterhin nicht abzugsfähig bleiben Ausbildungen, die nicht berufsorientiert sind, sondern einzig zur persönlichen Bereicherung dienen.

Auf Bundesebene können pro Jahr Kosten von maximal 12 000 Franken geltend gemacht werden. Fast alle Kantone übernehmen diesen Betrag.

Beiträge des Arbeitgebers, die direkt an die Ausbildungsinstitute geleistet werden (sprich: die Rechnung wird direkt an den Arbeitgeber gestellt), kann das Unternehmen unabhängig von ihrer Höhe als abzugsfähigen Aufwand geltend machen. Diese Beiträge müssen im Lohnausweis des Arbeitnehmers nicht angegeben werden und stellen für ihn kein steuerbares Einkommen dar.

2. Fahrkosten

Der maximal zulässige Abzug für Fahrkosten wird auf Bundesebene neu 3000 Franken pro Jahr betragen. Der bisher unbeschränkte Abzug wird also begrenzt. Die Kantone handhaben diese Änderung aber ganz unterschiedlich. Bern zum Beispiel begrenzt den Abzug auf 6700 Franken. Neu gilt zudem unabhängig von der Fahrleistung ein einheitlicher Kilometeransatz von 70 Rappen.

Schweizweit werden gemäss Bundesamt für Verkehr ca. 22 Prozent der Steuerpflichtigen betroffen sein.

In Bezug auf Geschäftsautos gilt es, folgende wichtige Neuerung zu beachten:
Arbeitgeber müssen den Arbeitnehmern, welche ihr Geschäftsauto sowohl für private als auch für geschäftliche Fahrten verwenden können, auch weiterhin jährlich einen pauschalen Privatanteil auf dem Lohnausweis als Lohnbestandteil aufrechnen oder in Rechnung stellen (9,6 Prozent des Kaufpreises exkl. Mehrwertsteuer bzw. mindestens 1800 Franken pro Jahr). Zusätzlich haben Arbeitnehmer neu in der Steuererklärung die Kosten des Arbeitsweges als Einkommen zu deklarieren, können aber ebenfalls in der Steuererklärung den auf maximal 3000 Franken limitierten Fahrkostenabzug geltend machen.

Beispiel: Bei einem Arbeitsweg von zweimal 35 Kilometern sind Fahrkosten von 10 780 Franken als Einkommen zu deklarieren (2 x 35 x 222 x 70 Rappen). Gleichzeitig kann der maximale Fahrkostenabzug von 3000 Franken beansprucht werden. Im Ergebnis werden 7780 Franken zusätzlich als Einkommen besteuert.

Zur Person
Hansueli von Gunten, lic. rer. pol., dipl. Handelslehrer, ist Geschäftsleiter der Controller Akademie in Zürich und Bern. Er ist erfahrener Referent im Rechnungswesen, insbesondere in der Konzernrechnung, und Mitglied der Prüfungskommission «Höhere Prüfungen für Fachleute im Rechnungswesen und Controlling» sowie Autor von eidgenössischen Prüfungsaufgaben. Von Gunten bloggt regelmässig für Careerplus.

Februar 2016

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Steuern Abzüge

Kategorien :
Für Arbeitgeber