Arbeitszeugnisse: Faire Kritik statt Codes
Eigentlich sind sie abgeschafft – und doch immer wieder ein Thema: Codes in Arbeitszeugnissen. Doch gibt es tatsächlich versteckte Botschaften? Und wie schlimm ist ein kritisches Arbeitszeugnis überhaupt?
Ob man als Recruiter will oder nicht: An Google führt kein Weg vorbei. Erst recht nicht seit der Einführung von Google for Jobs. Denn immer mehr Stellensuchende nutzen die Suchmaschine als erste Anlaufstelle. Was bedeutet das für Ihre Stellenanzeigen?
Wir googeln alles. Wegbeschreibungen, Feriendestinationen, News – und vielleicht auch mal uns selbst. «Googeln» ist seit 2004 sogar offiziell im Duden aufgenommen. Es ist daher kaum erstaunlich, dass auch Jobs mit Google gesucht werden. Laut Google selbst nutzen heute über 70 Prozent der User die Suchmaschine für die Stellensuche. Eine Studie aus Deutschland von Careerbuilder spricht von über 50 Prozent der Befragten (siehe Henner Knabenreich, «Google for Jobs», SpringerGabler: Wiesbaden 2019). Je nach Berufsgruppe und Alter der Jobsuchenden sprechen einige Studien gar von bis zu 90 Prozent. Egal, um welche Quelle es sich handelt, das Fazit lautet stets: Tendenz steigend. Es geht daher nicht darum, ob man für oder gegen Google ist. Sondern wie gut man von den Stellensuchenden gefunden werden will oder nicht.
Eine Umfrage von Careerplus hat allerdings gezeigt, dass 45 Prozent der befragten Unternehmen in der Schweiz ihre Stellenanzeigen nicht für Suchmaschinen optimieren – wobei es vermutlich sogar mehr sind. Denn rund 30 Prozent der befragten Rekrutierungsverantwortlichen gaben an, nicht zu wissen, ob ihre Stellenanzeigen optimiert sind oder nicht.
Bis vor einem Jahr war die Jobsuche mit Google mässig befriedigend: Wer etwa «Job Marketingleiter Bern» eingab, erhielt schlicht eine Liste mit Linkvorschlägen. Um auf ein Stellenangebot zu gelangen, musste auf einen der Links geklickt werden. Und von dort zurück auf Google, um das nächste Ergebnis aufzurufen. Ein etwas umständliches Suchprozedere. Unter den Resultaten waren zudem viele Dubletten: Immer wieder die gleiche Stellenanzeige auf verschiedenen Plattformen – denn Job-Suchmaschinen suchen Jobbörsen und Karriereseiten nach Stelleninseraten ab, die sie gesammelt wiedergeben. Letztere tauchten in den Ergebnissen zudem denkbar selten auf. Schliesslich haben sich Unternehmen lange kaum darum gekümmert, ob ihre Stelleninserate von Google gefunden werden. Und damit ebenso wenig von den Stellensuchenden.
Seit Google letztes Jahr die «Google Job Search Experience», besser bekannt als «Google for Jobs», im Schweizer Markt eingeführt hat, ist das Sucherlebnis für die User um einiges angenehmer. Wer heute «Job Marketingleiter» eingibt, sieht in einer blauen Box die Stellenanzeigen übersichtlich vereint. Selbstverständlich auf der Startseite an bester Position. Mit nur einem Klick auf «weitere Stellenangebote» gelangt man auf eine in sich geschlossene Resultateseite mit allen Ergebnissen.
Google tut einiges, damit die potenziellen Bewerber ein angenehmes Sucherlebnis haben. Bei der Aktivierung der Standortlokalisation etwa werden den Suchenden ausschliesslich Jobs in unmittelbarer Umgebung angezeigt. Ausserdem erscheint ein Stelleninserat nur einmal – unabhängig davon, ob es auf verschiedenen Portalen gelistet ist. Wie bei Jobbörsen lässt sich ferner ein Job-Abo einrichten. Sobald eine neue Stelle mit gewünschtem Profil online ist, erhält man eine Benachrichtigung. Das Ziel von Google: je länger, je mehr die User für den gesamten Suchprozess zu behalten. Nur noch für die Bewerbung müssen diese theoretisch das Umfeld der Suchmaschine verlassen. Kurz: Seine Stelleninserate für Suchmaschinen zu optimieren, wurde mit Google for Jobs noch dringlicher.
Google for Jobs ist keine neue Stellenbörse, und es können auch keine Inserierungsplätze erworben werden. Es ist nur ein gut aufbereitetes Suchergebnis. Die Stellenanzeigen werden demnach aus verschiedenen Plattformen zusammengesucht und vereint dargestellt, um es einfach auszudrücken. In der Navigationsleiste oberhalb eines jeden Inserats sind die verschiedenen Plattformen aufgelistet – oder im besten Fall die Karriereseite –, über die sich die Stellensuchenden bewerben können.
Wie kommt die Stellenanzeige in die Google-for-Jobs-Box? Es gibt zwei Möglichkeiten: Unternehmen können ihre Stelleninserate auf Jobportalen posten, welche die technischen Anforderungen zur Ausspielung bei Google for Jobs für sie übernehmen und die teilweise die Inserate direkt an Google for Jobs liefern. Oder sie passen ihre Stellenanzeigen für Google for Jobs selbst an und laden diese auf ihre Karriereseite. Idealerweise machen sie beides, damit die Daten bei den Stellenportalen bereits gut aufbereitet sind.
Es gibt einige einfache Anpassungen, mit denen sich allein das Ranking bei Google verbessern lässt. Um die Anforderungen für Google for Jobs umzusetzen, braucht es hingegen ein gewisses technisches Verständnis. Oder gute Beziehungen zu jemandem mit technischem Verständnis. Die Kollegin oder der Kollege aus der IT-Abteilung hilft bestimmt gerne. Aber keine Sorge, nach einem ersten Initialaufwand wird sich alles einspielen, und es ist keine grosse Sache mehr.
Wie sich Google for Jobs entwickeln wird, ist Gegenstand von Spekulationen: ob es bezahlte Werbung innerhalb von Google for Jobs geben wird, ob es mehr Möglichkeiten zum Employer Branding geben und somit die Darstellung verbessert wird und ob die Zahl der User weiter zunimmt. Fakt ist, dass die Mehrheit der Stellensuchenden heute immer noch andere Plattformen nutzt. Die Tendenzen sind aber eindeutig: Google wird für die Jobsuche wichtiger, während gleichzeitig der Wettbewerb in der Rekrutierung zunimmt. Die Digitalisierung zu verschlafen, ist nicht empfehlenswert.
Übrigens hilft eine Optimierung der Stellenanzeige auch, dass diese ebenso für Job-Suchmaschinen wie etwa Neuvoo oder Indeed auffindbar ist – eine weitere kostenlose Vergrösserung der Reichweite. Befürchtungen, all das könne zu kompliziert werden, sind unbegründet. Denn die Anpassungen für Google for Jobs sind keine Hexerei. Und es gibt immer die Möglichkeit, sich externe Unterstützung zu holen.
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