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Chancengleichheit: Qualifiziert ohne Job

von Careerplus • 25 Oktober 2018

Die Schweizer Wirtschaft leidet unter Fachkräftemangel – und trotzdem arbeiten Ingenieure als Hilfsmonteure und Ärztinnen in der Raumpflege. Mit dem Projekt «MosaiQ» vermittelt das Hilfswerk HEKS zwischen Unternehmen und gut qualifizierten Migrantinnen und Migranten. Careerplus setzt sich für das Projekt ein. Davon profitieren nicht nur die Fachkräfte, sondern auch die Unternehmen.

Chancengleichheit - Qualifiziert ohne JobChancengleichheit - Qualifiziert ohne Job

Luiz da Silva (Name geändert) rollt die Kabel feinsäuberlich auf und stellt die Kabelrollen in eine Ecke. Der Hilfsmonteur aus Brasilien wirkt zufrieden und gilt bei seinem Arbeitgeber als engagiert. Keine Selbstverständlichkeit: Luiz da Silva ist ein erfahrener Ingenieur. Doch seit er seiner Familie in die Schweiz gefolgt ist, liegen seine 20 Jahre Berufserfahrung in der Luftfahrt brach. Auch Ferhad Mussa, vor drei Jahren von Syrien in die Schweiz geflüchtet, weiss Ähnliches zu berichten. Der hochqualifizierte junge Akademiker ist Ingenieur in Biomedizin-Technik und spricht fliessend Deutsch. Dennoch fand er lange keine Festanstellung auf seinem Beruf. Luiz da Silva und Ferhad Mussa sind keine Einzelfälle. Viele Migranten und Migrantinnen aus Drittstaaten mit einem Hochschulabschluss oder einer Berufsausbildung finden keine Anstellung, die ihrem Potenzial entspricht. Und das, obwohl Schweizer Unternehmen unter Fachkräftemangel leiden. Ein Widerspruch, der nicht sein müsste.

«HEKS MosaiQ» schliesst die Lücke

«Migrantinnen und Migranten bringen Potenzial mit, das die Schweiz auch nutzen sollte», ist Olivia Payo Moreno vom Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz (HEKS) überzeugt. Sie koordiniert auf nationaler Ebene das Projekt «HEKS MosaiQ», das Schweizer Unternehmen und Fachkräfte aus Drittstaaten zusammenbringen möchte. «Vieles ist oft schon vorhanden, wie Ausbildung, Berufserfahrung und Sprachkenntnisse. Häufig fehlt aber noch das eine oder andere Steinchen, damit das Bild komplett ist», erklärt Payo Moreno. Hier setzt «HEKS MosaiQ» an. Die Migranten lernen in der persönlichen Beratung, was ihnen für eine erfolgreiche Bewerbung auf ihrem angestammten Beruf noch fehlt – beispielsweise eine offizielle Anerkennung ihres Diploms, eine Weiterbildung oder eine Vertiefung ihrer Sprachkenntnisse. Und sie erhalten Unterstützung beim Erreichen ihrer Ziele. Gleichzeitig stellen die Fachstellen von «HEKS MosaiQ» den Kontakt zur Wirtschaft her. Das sei nicht immer ganz einfach, sagt Payo Moreno. Firmen seien oft unsicher, wenn es darum gehe, Fachkräfte aus Drittstaaten einzustellen. Daher unterstützt das Projekt auch die Unternehmen bei den bürokratischen Hürden. «Ein arbeitsintensiver Prozess, den die offiziellen Stellen nicht leisten könnten», so Payo Moreno.

Careerplus steht für Chancengleichheit ein

«Wir nehmen niemanden nur für eine Quote auf, sondern geben allen eine echte Chance. Die aufgenommenen ‹HEKS MosaiQ›-Kandidaten sind für unsere Kunden tatsächlich potenziell interessant und passen zu den Anforderungen, die wir als Personalberatung stellen.»

(Noah Bader, Careerplus, Rekrutierungsspezialist Industrie)

 

Ein Steinchen für den Erfolg von «HEKS MosaiQ» legt auch Careerplus: Ausgewählte Kandidaten aus dem Projekt werden in die Careerplus-Datenbank aufgenommen. Die qualifizierten Migranten und Migrantinnen erhalten somit Zugang zu einem grossen Netzwerk und eine prominente Plattform, um sich auf dem Arbeitsmarkt zu präsentieren. «Durch unsere Vermittlungstätigkeit und im Kandidatenmailing werden die ‹HEKS MosaiQ›-Kandidaten anders wahrgenommen, als wenn sie sich alleine bewerben», sagt Noah Bader. Der Rekrutierungsspezialist ist bei Careerplus unter anderem für das «HEKS MosaiQ»-Projekt verantwortlich. In einem ersten Schritt beraten Careerplus-Mitarbeitende die Fachkräfte aus dem Ausland in einem ausführlichen Gespräch, analysieren CV sowie Auftreten und geben wertvolle Tipps mit auf den Weg. Nach dieser ersten Beratung würden sie aber wie ganz normale Kandidaten behandelt, erklärt Bader. Das ist Balsam für das Selbstvertrauen der Migrantinnen und Migranten. «Wir nehmen niemanden nur für eine Quote auf, sondern geben allen eine echte Chance», sagt Bader. «Die aufgenommenen ‹HEKS MosaiQ›-Kandidaten sind für unsere Kunden durchaus interessant und passen zu den Anforderungen, die wir als Personalberatung stellen.» Zwar konnte Careerplus bis jetzt noch keine «HEKS MosaiQ»-Kandidaten vermitteln, doch die Personalberatung ist davon überzeugt, dass das Projekt Zukunft hat. Chancengleichheit ist bei Careerplus nicht einfach nur ein Schlagwort, sondern wird tatsächlich gelebt. «Wir möchten einen Beitrag leisten für eine erfolgreiche Integration und unsere soziale Verantwortung wahrnehmen», so Bader.

Ferhad Mussa hat sein Ziel erreicht: Mit der Unterstützung von «HEKS MosaiQ» fand er ein bezahltes Praktikum bei der Dental- und Medizintechnik-Firma Nouvag AG. Die Firma war so zufrieden mit dem jungen Ingenieur, dass sie ihm nach dem Praktikum direkt eine Festanstellung als Ingenieur anbot.

«HEKS MosaiQ» in aller Kürze

Die Fachstellen «HEKS MosaiQ» beraten und begleiten qualifizierte Migranten und Migrantinnen aus Drittstaaten in den Bereichen Diplomanerkennung und Nachholbildung, bei der praktischen Kompetenzabklärung oder bei der Suche nach einem Praktikum. Damit qualifizierte Migranten ihre beruflichen Kompetenzen im Schweizer Arbeitsmarkt einbringen können.

Was Sie tun können

Achten Sie beim nächsten Kandidatenmailing von Careerplus auf die «HEKS MosaiQ»-Kandidaten und geben Sie hochqualifizierten Migranten und Migrantinnen eine Chance. Oder fragen Sie Ihren Careerplus-Berater.

Informationen zu «HEKS MosaiQ» bei Careerplus finden Sie hier.

 

Oktober 2018

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