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Robot Recruiting: Warum Personalmarketing zum Erfolgsfaktor wird

von dreusser • 24 April 2019

Gefragt sind andere Lösungsansätze, neue Strategien: Durch den Fachkräftemangel und die Digitalisierung müssen Unternehmen aktiv auf Kandidaten zugehen und damit auf dem Markt sichtbar sein. Personalmarketing wird zu einem zentralen Recruiting-Tool. Die Konsequenz: Marketing und HR rücken enger zusammen. Was bedeutet das für die Recruiter?

Robot Recruiting - Warum Personalmarketing zum Erfolgsfaktor wird Robot Recruiting - Warum Personalmarketing zum Erfolgsfaktor wird
 
Das sind keine Neuigkeiten: Die Digitalisierung verändert das Recruiting markant. Doch warum eigentlich? 
 
Die Digitalisierung verändert einerseits, wen wir suchen: Laut einer Studie des World Economic Forum werden bis 2022 ungefähr 25 Prozent der gegenwärtigen Hauptaufgaben verschwinden, während fast ebenso viele neue Jobprofile entstehen. Das wird den Fachkräftemangel verstärken. Die Recruiter müssen neue Mittel und Wege finden, um passende Kandidaten zu rekrutieren. 
 
Andererseits verändert die Digitalisierung die Art, wie wir suchen: Die Kandidaten wollen die digitalen Möglichkeiten nutzen und sind sich an die heutige Kommunikationsart und -geschwindigkeit gewöhnt. Wollen Unternehmen die raren Kandidaten für sich gewinnen, müssen sie erstens sichtbar sein und zweitens auf deren Bedürfnisse eingehen. 

Von der Personalbeschaffung zur Personalgewinnung 

Es ist offensichtlich, dass in diesen Zeiten das HR mehr tun muss, als Stellenanzeigen zu posten und passiv auf Dossiers zu warten. Gerade in Märkten mit Fachkräftemangel muss der Leitgedanke sein, aktiv auf die Kandidaten zuzugehen. Direktansprache, Talent Pools und Active Sourcing zählen zu oft wirkungsvollen Mitteln. Zudem sollten Bewerbungshürden abgebaut werden, beispielsweise mit Mobile Recruiting und One-Click-Bewerbungen. Weiter gilt es, sich dort zu bewegen, wo sich die Zielgruppe befindet. Und sich ausserdem dem Motto der heutigen Kommunikation anzupassen: online, sofort, direkt. 
 
Als Unternehmen wird es in diesem Zusammenhang immer wichtiger, die Aufmerksamkeit der Arbeitnehmer zu erregen. Und attraktiv für sie zu sein. Kein leichtes Unterfangen in Zeiten, in denen sich das Rad immer schneller dreht und in der Informationsflut vieles untergeht. Genau hier setzt das Personalmarketing an, das im HR zunehmend zum zentralen Erfolgsfaktor wird. Das Prinzip: Wie beim klassischen Marketing muss ein Produkt im Markt sichtbar gemacht und auf die Kunden ausgerichtet werden. Nur dass in diesem Fall das Produkt das Unternehmen ist und die Kunden die Mitarbeitenden sind. Mit abgestimmten, integrierten Marketingmassnahmen positioniert sich das Unternehmen auf dem Markt und entwickelt das Image eines interessanten Arbeitgebers. Damit ist es im Idealfall bei Arbeitnehmern «Top of Mind», wie es im Marketing heisst. Also die «Marke», die vom Kunden bevorzugt wird. Eine umfassende Personalgewinnung löst die einfache «Personalbeschaffung» ab. 

HR und Marketing als Schwesterdisziplinen

Das Personalmarketing umfasst etwa Social-Media-Management und -Ads, Mobile-Optimierung der Website, Suchmaschinenoptimierung, Definition der Zielgruppen, Controlling oder Data Analytics. Hinzu kommen Massnahmen wie Employer Branding und Imagekampagnen. Dies sind zwar neue Aufgabenbereiche für das HR, werden aber vom Marketing schon seit Langem beherrscht und eingesetzt. Umgekehrt verfügt Letzteres zwar über fundierte Kenntnisse im Onlinemarketing sowie im Bereich neue Technologien, hat aber wenig Verständnis für HR-Prozesse. Beide Disziplinen können also voneinander lernen und rücken idealerweise näher zusammen. Aktuell sind viele Unternehmen aber noch weit davon entfernt: In einer Umfrage von Careerplus gaben gerade mal 6 Prozent der Befragten an, im Tagesgeschäft eng mit der Marketingabteilung zusammenzuarbeiten.

Robot Recruiting: schöne neue Welt?

Die neuen Aufgaben und Herausforderungen lassen sich mit traditionellen Ansätzen und Kanälen kaum meistern. Die generelle Zurückhaltung gegenüber neuen digitalen Tools sowie das Verharren in alten Mustern – hier das HR, dort das Marketing – sind wenig erfolgversprechend. Vielmehr müssen neue Technologien und Kanäle zur Unterstützung beigezogen werden: Chatbots verbessern beispielsweise die Kommunikation und verkürzen die Reaktionszeit, Matching-Technologien gestalten das Rekrutieren effizienter und unterstützen in der Vorselektion. Auch wenn die Digitalisierung eine Herausforderung sein kann, ist sie auch als Chance zu begreifen. 
 
 
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Tipps für erfolgreiches Personalmarketing

 
Erstellen Sie eine Strategie: Zu erfolgreichem Personalmarketing gehört mehr als ein ansprechendes Stelleninserat. Legen Sie eine Personalmarketingstrategie über alle Bereiche fest – vom Employer Branding über das Recruiting und die Personalauswahl bis hin zur Personalentwicklung. 
 
Nutzen Sie neue Technologien: Beschäftigen Sie sich mit neuen Rekrutierungskanälen und vor allem neuen Technologien. Optimieren Sie beispielsweise Ihre Website sowie Ihre Stellenanzeigen für Suchmaschinen und mobile Endgeräte. Und: Frischen Sie Ihre Online-Marketingkenntnisse auf. 
 
Arbeiten Sie eng mit dem Marketing zusammen: Tauschen Sie sich mit anderen Abteilungen aus. Verstehen Sie die einzelnen Prozessschritte und Mechanismen – nur wenn Sie wissen, was erfolgreich und was erfolglos war, können Sie auch gegensteuern.
 
Analysieren Sie Ihre Zielgruppe: Wen möchten Sie ansprechen? Um die Zielgruppe zu erreichen, müssen die Botschaften sowie Kommunikationskanäle auf sie ausgerichtet sein. Wo halten sich diese Personen auf? Was sind Themen, die diese Personengruppe interessieren? Wie möchte sie angesprochen werden? 
 
Betreiben Sie Active Sourcing: Gehen Sie proaktiv auf Ihre Zielgruppe zu. Suchen Sie potenzielle Kandidaten über neue Kanäle. Und bauen Sie einen Talent Pool auf, damit Sie bei einer Vakanz bereits Kontakt zu möglichen Bewerbern haben. 
 
Seien Sie schnell: Einen grossen Einfluss auf den Recruiting-Erfolg hat die Geschwindigkeit. Gefordert wird eine Kommunikation in Echtzeit. Reagieren Sie daher schnell, die Kandidaten könnten sich ansonsten bereits anderweitig entschieden haben. Auch bei einer Absage lohnt sich schnelles Handeln, denn die Candidate Experience (die Erfahrung der Kandidaten im Bewerbungsprozess) wirkt sich auf die Arbeitgebermarke aus. 
 
Informieren Sie sich: Das Lesen von Blogs und Fachmagazinen sowie das eigene Experimentieren mit Plattformen und Methoden gehören zum Berufsbild des Recruiters. Haben Sie keine Angst vor künstlicher Intelligenz. Richtig genutzt, wird sie Ihnen eine Unterstützung sein.
 
 

 

April 2019

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