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Wozu Controlling? Und wie bauen Sie ein funktionierendes System auf?

von Hansueli von Gunten • 11 März 2015

Ein Unternehmen ohne ein wirksames Controlling zu führen, ist etwa so, als ob man ohne Landkarte und Navigationssystem ins Blaue fahren würde. Damit man zum Ziel kommt, braucht man einen Plan.

Wozu Controlling? Und wie bauen Sie ein funktionierendes System auf?Wozu Controlling? Und wie bauen Sie ein funktionierendes System auf?

Stellen Sie sich vor, Sie begeben sich mit einem Fahrzeug auf eine Reise, deren Ziel Ihnen zwar bekannt, der Weg dorthin jedoch unklar ist. Ihr Fahrzeug verfügt weder über ein Navigationssystem noch über ein funktionierendes Cockpit. Zu allem Unglück sind auch die Scheinwerfer des Fahrzeugs ausgefallen. Eine ziemlich ungemütliche Vorstellung – nicht wahr? Natürlich können Sie nach Gefühl und auf gut Glück fahren; es ist alles eine Frage der Unsicherheiten und Risiken, die Sie dabei in Kauf nehmen. In einer ähnlichen Situation findet sich ein Unternehmen wieder, das zwar Ziele definiert, den Weg dorthin aber nicht geklärt hat. Ein fehlendes Navigationssystem wird das Erreichen des Ziels bereits stark gefährden. Fehlen auch noch die Anzeigen zum «Betriebszustand» des Unternehmens und ist die Vorschau mangelhaft, so muss schon von ziemlich fahrlässiger Unternehmensführung gesprochen werden.

Wozu braucht es Controlling im Unternehmen?

Controlling unterstützt die Unternehmensleitung ganz wesentlich darin, das Unternehmen betriebs- und finanzwirtschaftlich auf Kurs zu halten. Es stellt sicher, dass

Controlling unterstützt die Planung und Umsetzung des Unternehmenskurses, sagt Abweichungen voraus und nimmt eine konstruktive, partnerschaftliche Rolle bei der Gestaltung von Steuerungsmassnahmen ein. Kurz: Es stellt dem Unternehmen geeignete Instrumente und Verfahren zum Planen, Messen und Steuern zur Verfügung.

Wie wird ein funktionierendes Controllingsystem aufgebaut?

Das in Europa führende Beratungsunternehmen auf dem Gebiet des Controllings, Horvath & Partners, empfiehlt einen vierstufigen Prozess zur Entwicklung eines Controllingsystems:

  1. Anforderungsprofil festlegen. Ein wesentlicher Teil dieser Phase ist die Klärung von so genannten Kontextfaktoren. Darunter werden unternehmensexterne und -interne Einflussfaktoren verstanden, die zwingend bei der Führung des Unternehmens zu beachten sind. Zusammen mit dem Informationsbedarf der Führungskräfte wird damit das Fundament zum System gelegt.
     
  2. Ist-Situation beurteilen. In dieser Phase wird der Ist-Zustand des Controllingsystems bewertet. Bereits bestehende Verfahren werden einer Eigenbeurteilung durch die Controllingorganisation sowie einer kritischen Fremdbeurteilung durch die Nutzniesser der Controllingleistungen unterzogen. Abweichungen in der Einschätzung können zwar unangenehm sein, sind aber ein unerlässlicher «Dünger» für ein besseres Controllingsystem.
     
  3. Handlungsbedarf und Hebel für ein wirksames Controlling festlegen. Nach einer Identifizierung und Gewichtung des Handlungsbedarfs wird ein Grobkonzept zu Aufgaben, Strukturen, Prozessen, Informationsmitteln etc. erstellt.
     
  4. Massnahmenplan erstellen und Umsetzung starten. Ausgehend vom Grobkonzept erfolgt die detaillierte Planung. Diese kann beispielsweise die Gestaltung der Informationsversorgungssysteme und der regelmässigen Abläufe umfassen sowie die Funktionsbeschreibungen für das Controlling.

Fahren ohne Navigationshilfe, ohne Cockpit und ohne genügend «Sicht nach vorne»? Im Privatfahrzeug auf eigene Gefahr, im Unternehmen: auf keinen Fall! Ein gutes und wirksames Controllingsystem hilft, Ziele sicher zu erreichen.

Hansueli von GuntenHansueli von Gunten

Zur Person

Hansueli von Gunten, lic. rer. pol., dipl. Handelslehrer, ist Geschäftsleiter der Controller Akademie in Zürich und Bern. Er ist erfahrener Referent im Rechnungswesen, insbesondere in der Konzernrechnung, und Mitglied der Prüfungskommission «Höhere Prüfungen für Fachleute im Rechnungswesen und Controlling» sowie Autor von eidgenössischen Prüfungsaufgaben. Von Gunten bloggt regelmässig für Careerplus.

 

März 2015

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Für Arbeitgeber