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Soft Skills im Finanz- und Rechnungswesen

von Hansueli von Gunten • 6 November 2015

Im Zuge einer stärkeren Spezialisierung wird die interne Zusammenarbeit in Unternehmen immer wichtiger – aber auch komplexer. Dabei sind neue Führungsqualitäten im Finanz- und Rechnungswesen gefragt.

Zusammenarbeit in Unternehmen wird immer wichtigerZusammenarbeit in Unternehmen wird immer wichtiger

Die Komplexität im Arbeitsalltag nimmt enorm zu. In vielen Fällen ist es nicht mehr möglich, dass eine einzelne Person Entscheidungen als Ganzes vorbereiten und sicher treffen kann. Routine kann sich in vielen Fällen nicht mehr einstellen, denn die enorme Veränderungsgeschwindigkeit ist eine Herausforderung. Für gute und sichere Entscheidungen benötigen wir daher Personen mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Der Querdenker wird immer wichtiger.

Die Unternehmen sind gezwungen, immer schneller weitreichende Entscheidungen zu treffen. So hat sich auch der Anspruch an das Finanz- und Rechnungswesen in den letzten Jahren geändert: Fach- und Führungskräfte in diesen Fachdisziplinen sollen das Unternehmen auch bei der Gestaltung der Zukunft unterstützen. Die Expertenrolle zeigt sich in Hochrechnungen und Simulationen von Ist-Zahlen und von Finanz- und Liquiditätsplänen. Deshalb benötigen die Mitarbeitenden andere und neue Fähigkeiten und sind in einigen Fällen nicht mehr direkt der Führungsebene unterstellt. Damit nimmt der Koordinationsaufwand zu.

Die entscheidenden Fähigkeiten

Die Fachkompetenz des CFO sowie der Leitungsebenen im Finanz- und Rechnungswesen verändert sich. Sie werden sich immer mehr spezialisieren müssen. Doch Spezialisierung birgt auch die Gefahr, das Ganzheitliche aus den Augen zu verlieren. Anders gesagt: Alle sind zwar hervorragend qualifiziert, doch fällt es manchmal schwer, den anderen zu verstehen. Kommunikation, Teamfähigkeit, Führungskompetenz und Konfliktfähigkeit sind die entscheidenden Fähigkeiten, die dafür nötig sind.

Die bedeutendste dieser Komponenten ist sicher die Kommunikationsfähigkeit. Gute Kommunikation ist immer ein Dialog, bei dem das gemeinsame Ziel abgestimmt wird, und ein gutes Gespräch ist empfängerorientiert. Doch häufig ist die Zeit für die Vorbereitung zu knapp, um Gespräche gut zu strukturieren und die Inhalte empfängerorientiert zu ordnen.

Je komplexer der Sachverhalt, umso wichtiger ist es, das verbale Feedback der einzelnen Empfänger wahrzunehmen und darauf zu reagieren. Dieser Austausch sollte der Kern eines Gesprächs sein und nicht nur die reine Übermittlung von Informationen. Denn am Ende eines guten Gesprächs steht ein für alle Seiten eindeutiges, akzeptables Ergebnis. Selbstverständlich bedeutet das nicht, dass sich alle stets und immer einig sind.

Man muss bereit sein, loszulassen

Die anfangs genannten Veränderungen wirken sich nicht nur auf die Kommunikation aus, sondern auch auf die Führungsaufgabe im Finanz- und Rechnungswesen. Wer ein Team von Spezialisten führt, muss bereit sein, loszulassen. Ziele werden abgestimmt und Hintergründe erläutert. Danach muss die Führungskraft die Mitarbeiter frei handeln lassen. Dazu gehört auch, sich Meinungen, die von der eigenen abweichen, anzuhören und sich damit auseinanderzusetzen.

Mein Fazit: Wenn die Mehrzahl der handelnden Personen die eigenen Soft Skills ausbaut, hat dies einen positiven Einfluss auf die Unternehmenskultur.

 

Zur Person
Hansueli von Gunten, lic. rer. pol., dipl. Handelslehrer, ist Geschäftsleiter der Controller Akademie in Zürich und Bern. Er ist erfahrener Referent im Rechnungswesen, insbesondere in der Konzernrechnung, und Mitglied der Prüfungskommission «Höhere Prüfungen für Fachleute im Rechnungswesen und Controlling» sowie Autor von eidgenössischen Prüfungsaufgaben. Von Gunten bloggt regelmässig für Careerplus.

November 2015

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Soft-Skills Zusammenarbeit Querdenker Führung

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